Papa umarmt verstoßene Kinder auf Schwulenparade.

In der Pubertät gerät fast jeder mal mit seinen Eltern aneinander und denkt vielleicht in den stürmischsten Zeiten sogar daran, einfach abzuhauen. Natürlich setzen die meisten Teenies diesen Gedanken nicht in die Tat um, weil jeder intuitiv weiß, was er an seinen Eltern hat.

Was es für eine Tragödie es darstellt, mit den eigenen Eltern zu brechen, zeigt die folgende Geschichte. Nur wurden in diesem Fall die Kinder von ihren Eltern verstoßen, weil sie nicht so lieben, wie es von ihnen erwartet wurde. Der US-Amerikaner Scott Dittman besuchte eine Pride-Parade in Pittsburgh (USA), bei der schwule, lesbische, bisexuelle Menschen und Transgender für ihre Rechte auf die Straße gehen. Auf Facebook, berichtete er, was er dort erlebt hatte:

„Einige von uns Eltern sind heute zur Pride-Parade von Pittsburgh gegangen. Zu diesem Anlass trugen wir T-Shirts mit dem Aufdruck 'Gratis-Papa-Umarmungen' und 'Gratis-Mama-Umarmungen.' Wir haben hunderte Menschen umarmt. Hunderte. Einige Umarmungen waren Ausdruck tiefer Freude. Andere waren wie die folgenden beiden ... Leider gab es davon zu viele.

Ich werde euch davon erzählen.

Er wurde rausgeworfen, nachdem es seine Eltern herausgefunden hatten. Sie haben seitdem kein Wort mehr mit ihm gesprochen. Er weinte sich an meiner Schulter aus. Er schluchzte und drückte mich von ganzem Herzen. Ich habe eine Ahnung von den Schmerzen bekommen, die er jeden Tag, jeden Augenblick spürt.

Er wurde verstoßen, weil er den 'Falschen' liebte. Und am 9. Juni 2019 ging er auf ein Fest der Liebe und schüttete sein ganzes Herz bei einem Fremden aus, nur weil derjenige ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Gratis-Papa-Umarmungen' trug.

Und die andere, ihre, Geschichte? Ich weiß nichts Genaues. Aber ich weiß, dass sie mich schon von der anderen Straßenseite gesehen hatte. Als sie mich erreichte, funkelten bereits Tränen in ihren Augen.

Sie stellte sich vor mich und sah mich an. Ihr Blick war voller Traurigkeit und Hilflosigkeit – das werde ich nie vergessen. Sie drückte mich so fest, wie sie konnte, und ich hielt sie ebenso fest. Sie lag sehr lange in meinen Armen, verschmolz fast mit mir und dankte mir ununterbrochen.

Seitdem muss ich ständig an sie denken. Was hat sie alles wegen ihrer Familie durchmachen müssen? Also diejenigen, die eigentlich immer für sie da sein müssten. Zu wem geht sie, wenn sie Hilfe braucht? Wenn sie Fragen zu Liebe, Geld oder zum Leben allgemein hat? Wie viele alte schmerzhafte Erinnerungen schlummern in ihr?

Wie und wo verbringt sie ihren Urlaub? Wie oft hofft sie darauf, dass eines Tages ein Anruf kommt, der ihr bedingungslose Liebe verspricht? Ich kenne ihre Geschichte nicht, doch es scheint nicht allzu weit hergeholt zu sein, wenn ich annehme, dass diese junge Frau die beiden Menschen verloren hat, die sie am meisten und immer hätten lieben sollen.


Stellt euch das vor, liebe Eltern. Stellt euch vor, dass euch eurer Kind so sehr vermisst, dass es einen völlig Unbekannten umarmt und unaufhörlich schluchzt, nur weil der Fremde ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Gratis-Papa-Umarmungen' trägt. Denkt an den unendlich tiefen Schmerz, den es erleidet. Stellt euch vor, wie tief diese Wunden sein müssen.

Seid bitte nicht solche Eltern, die ihren Kindern eine solche Last auf die Schultern legen. Ich habe heute viel zu viele von solchen Kindern kennengelernt. Falls irgendjemand diese beiden kennt, dann sagt ihnen, dass sie sich jederzeit mit mir in Verbindung setzen können, falls sie mit einem Ersatzvater sprechen möchten. Ich werde da sein.“

Was für rührende Worte! Für Liebe gibt es eben keine Regeln. Und Eltern sollten ihre Kinder genauso lieben, wie sie sind. 

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