Während Mädchen in der Schule sitzt, wittert Hund Gefahr.

Weltweit leiden viele Millionen Menschen an Diabetes. Fast immer hat diese Stoffwechselstörung einen Einfluss auf den Lebenswandel der Betroffenen, die ständig ihren Blutzuckerspiegel im Auge haben müssen. Zwar erkranken vor allem älteren Menschen an Diabetes, doch auch Kinder werden nicht verschont – wie die kleine Sadie Brooks aus Utah (USA).

Das entzückende Mädchen kam im Januar 2012 mit dem Down-Syndrom auf die Welt. Bereits wenige Monate später wurde bei ihr außerdem Typ-1-Diabetes diagnostiziert.

„Als Sadies gesundheitliche Probleme ans Tageslicht kamen, waren wir am Boden zerstört. Ich hatte so große Angst davor, dass sie stirbt. Wir mussten regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel messen. Das bedeutete, sie häufig in den Finger zu piksen und ihr Insulin zu spritzen. Das hat Sadie natürlich sehr belastet“, erklärt ihre Mutter Michelle.

Die ständige Sorge um Sadies Gesundheit forderte von Michelle und ihrem Mann Greg einen hohen Tribut: „Ich bekam nachts aus Angst kein Auge zu – es konnte ja immer etwas passieren! Wir beide waren völlig ausgelaugt“, meint Michelle.

Deshalb tauschte sich das Paar mit anderen Betroffenen auf Facebook aus. Sie erfuhren, dass es speziell ausgebildete Hunde gebe, die den Blutzuckerspiegel ihres Herrchens wahrnehmen können – nämlich anhand von Botenstoffen im Atem und Schweiß des Diabetikers, die bei Über- oder Unterzuckerung ausgeschüttet werden.

Wie der Zufall es wollte, gab es sogar einen einschlägigen Hundetrainer in ihrer Heimatregion. Greg und Michelle zögerten nicht länger und trafen die Entscheidung, sich einen Diabetikerwarnhund für ihre Tochter anzuschaffen.

Weil Sadie aufgrund ihres Down-Syndroms ein besonderer Fall war, dauerte es eine Weile, bis sie einen geeigneten Welpen fanden. Im April 2014 war es dann soweit: Sadie lernte einen jungen Labrador kennen, mit dem sie sich sehr gut verstand.

„Er war ruhig und geduldig. Es störte ihn nicht, wenn er am Schwanz gezogen wurde. Außerdem mochte er offenbar die Gesellschaft von Kindern. Er war perfekt“, erklärt Michelle. Der Labrador wurde schließlich „Hero“ getauft (auf Deutsch: Held), weil Sadie den Namen ohne Schwierigkeiten aussprechen konnte. Ein passender Name, wie sich später herausstellte.

„Hero hat unser Leben völlig verändert. Er spürt bereits kleinste Schwankungen von Sadies Blutzuckerspiegel, weshalb wir ihm völlig vertrauen können. Es ist nicht mehr notwendig, dass wir unsere Tochter ständig selbst testen“, sagt Michelle.

Mittlerweile geht Sadie zur Schule. Allerdings ohne ihren vierbeinigen Freund, der es sich währenddessen zu Hause gemütlich macht. Aber selbst wenn die beiden kilometerweit voneinander entfernt sind, scheint der süße Labrador eine Auge – oder besser gesagt eine Nase – auf sein kleines Frauchen zu haben.

Im Dezember 2018 verhielt sich der sonst so ruhige Labrador nämlich sehr auffällig, während Sadie in ihrer Förderklasse saß. „Er begann zu jaulen, was er sonst nie tut“, erinnert sich Michelle, die von zu Hause aus arbeitet.

Von Heros Verhalten beunruhigt, rief sie die Klassenlehrerin ihrer Tochter an, die Sadie testete. Tatsächlich sank ihr Blutzuckerspiegel kurz nach dem Anruf auf ein gefährliches Niveau. Wie Hero das jedoch wissen konnte, bleibt für alle ein Rätsel. Zwar können Hunde Gerüche über Entfernungen bis zu zwei Kilometern wahrnehmen, aber acht Kilometer – die Distanz zwischen Sadies Zuhause und ihrer Schule – scheinen selbst für die beste Hundenase unrealistisch zu sein.

Was auch immer der Grund war, der Hero dazu getrieben hatte, Alarm zu geben: Er hat seinem Namen alle Ehre gemacht und sein kleines Frauchen gerettet. Bestimmt wird es nicht das letzte Mal sein!

Quelle:

lovedog, mirror

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