Frau mit Down-Syndrom gründet erfolgreiches Keksunternehmen

Die US-Amerikanerin Collette Divitto hatte bis zur vierten Klasse von sich gedacht, ziemlich normal zu sein. Das änderte sich aber von einem Tag zum nächsten, nachdem sie von einem Mitschüler „Down-Syndrom“ genannt worden war.


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Collettes Mutter Rosemary erklärt dazu: „Ich hatte nie das Bedürfnis, ihr zu sagen, dass sie anders sei. Für mich war das einfach ein Etikett. Schließlich hat jeder seine Stärken und Schwächen. Nach dem Vorfall in der Schule hatte Collette mich jedoch gefragt, was das Down-Syndrom sei. Von da an hat sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht, hineinzupassen. Ich kenne niemanden, der so schwer dafür gearbeitet hat, akzeptiert zu werden.“

Die letzten Jahre in der Schule waren für Collette sehr deprimierend, weil sie nicht viele Freunde hatte. Dank eines Förderprogramms durfte sie eine normale Universität besuchen, was ihr Leben völlig veränderte: „Sie ging auf eine normale Hochschule und schaute sich Footballspiele an. Sie tat all das, was auch andere Leute in ihrem Alter tun. Diese Welt war plötzlich ihre Welt“, sagt ihre Mutter.

Nachdem sie vorzeitig ihren Abschluss geschafft hatte, zog sie nach Boston. Dort wollte sie sich nach einer Arbeit umsehen. Leider führte kein Vorstellungsgespräch zu einer Anstellung. Sie würde nicht zum Unternehmen passen, hieß es oft. Collette und ihre Mutter waren am Boden zerstört.

„Ich habe dabei zugesehen, wie Collette in der Uni aufgeblüht ist und sogar ein Jahr vorzeitig ihr Studium abgeschlossen hat. Ich dachte, sie wäre bereit für die Welt da draußen. Doch die Welt da draußen hat ihr einen Korb gegeben. Das war eine herbe Enttäuschung. Ich hatte den Glauben an die Menschheit verloren. Ich dachte, die Leute sähen nur ihre Behinderung und würden ihr keine Chance geben“, erzählt Rosemary.

Doch Collette ließ den Kopf nicht hängen. Wenn sie niemand einstellen möchte, muss sie es eben selbst tun. Die junge Frau, die gerne backt, konzentrierte sich auf ihre Stärken. Eine ihrer Spezialitäten sind zum Beispiel Zimtschokoladenkekse, die bei Familienmitgliedern und Freunden sehr beliebt waren. Daher rührte schließlich die Idee, diese Leckerei zum Verkauf anzubieten.

Ihr erster Schritt war es, in eine Bäckerei zu gehen und zu fragen, ob man ihre Zimtschokoladenkekse verkaufen könne. Nach einer Kostprobe wurde sofort ein Vertrag geschlossen. Damit begann ihre Karriere – Collette war gerade 26 Jahre alt und hatte keine Geschäftserfahrung.

„Es war eine große Herausforderung, doch mein Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, erklärt die frühere Hobbybäckerin, die sich in ihrer Firma namens „Collettey's“ um alles kümmert. Von der Einstellung neuer Mitarbeiter bis zur Produktion und Verpackung der Leckereien.

Zurzeit werden ihre Cookies in drei US-Bundesstaaten in Geschäften verkauft. Außerdem kann sie jeder im Internet bestellen. Innerhalb von zwei Wochen produziert das Unternehmen 30.000 Kekse. Neben vielen gebackenen Süßigkeiten stellt Collette auch Leckerlis für Hunde her.

Mittlerweile sind bei Collettey's fünfzehn Mitarbeiter und zwei Praktikanten beschäftigt – die meisten mit verschiedenen Behinderungen, was der Anfangdreißigerin wichtig war, denn sie möchte anderen Menschen mit ähnlichem Hintergrund eine Chance geben. Eine Chance, die sie selbst nicht bekommen hatte.

„Man darf nicht auf seine Schwächen schauen, sondern sollte sich auf seine Stärken konzentrieren. Lasst euch nicht von anderen Menschen demotivieren. Gebt nicht eure Träume auf, weil vor euch eine Tür zugeschlagen ist. Oft öffnet sich gleichzeitig eine andere Tür“, erklärt Collette.

Ein sehr schönes Schlusswort! Diese Worte sollte sich jeder zu Herzen nehmen! Es folgen Links zu weiteren interessanten Artikeln und Galerien:

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