Lebensrettende OP: Ärzte schieben Babyherz in Körper zurück.

Als Naomi Findlay und ihr Mann Dean Anfang des Jahres erfuhren, dass sie erneut Eltern werden sollten, konnten die 31- und der 34-Jährige aus England ihr erneutes Glück kaum fassen. Bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung in der neunten Schwangerschaftswoche jedoch stellte der behandelnde Gynäkologe eine seltene Diagnose: Das ungeborene Baby litt an einer Herzektopie.

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Eine Herzektopie ist die Folge eines extrem seltenen Gendefekts, der dafür verantwortlich ist, dass sich das Herz des Kindes nicht wie gewöhnlich innerhalb, sondern außerhalb des Brustkorbs entwickelt. Meist sterben Kinder mit diesem Syndrom bereits im Mutterleib; in äußerst seltenen Fällen kommen sie jedoch lebend auf die Welt. Dann leiden sie jedoch meist unter Atemschwierigkeiten und Blutdruckproblemen, zudem fehlt häufig ein Teil des Brustbeins – mit diesen Einschränkungen haben Neugeborene eine Überlebenschance von lediglich zehn Prozent.

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Aufgrund der hohen Mortalitätsrate empfahlen die Ärzte der besorgten Naomi, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen; die junge Frau jedoch entschied sich dagegen: „Abbruch war keine Option mehr für mich. Wenn es von allein passiert wäre, dann hätte es eben so sein sollen.“

Doch Naomi und Dean hatten Glück im Unglück: Die Schwangerschaft verlief komplikationslos. Um das ungeborene Mädchen jedoch optimal medizinisch versorgen zu können, entschieden die Ärzte, sie durch einen vorzeitigen Kaiserschnitt zu entbinden.

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Unterdessen stand im Universitätskrankenhaus in Leicester schließlich ein 50-köpfiges Ärzteteam bereit, um alles Menschenmögliche dafür zu tun, dass das Baby überlebt.
Die Stimmung im Kreißsaal war zum Zerreißen gespannt, als der Kaiserschnitt durchgeführt wurde, denn die Ärzte hatten große Sorge, dass das kleine Mädchen nicht atmen würde. Doch genau das Gegenteil war der Fall, denn als Vanellope Hope auf die Welt kam, schrie sie augenblicklich aus Leibeskräften.

„In dem Moment, in dem sie geboren wurde, wusste ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Wir wussten, dass wir eine schwierige Zeit vor uns haben würden, aber wir mussten ihr diese Chance geben.“

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Nur kurz nach der Geburt wickelten die Ärzte sie in einen sterilen Plastikbeutel, um Infektionen am Herz zu vermeiden. Vanellope war noch nicht mal eine Stunde auf der Welt, als sie das erste Mal operiert werden musste. Dieser Eingriff diente dazu, in ihrem Brustkorb genügend Platz für das Herz zu schaffen.


Nach einer Woche auf der Intensivstation hatte sie sich von dem Eingriff so weit erholt, dass die Ärzte das Herz in einer zweiten Operation wieder in den Brustkorb umplatzieren konnten. 


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Da Vanellope mit unvollständigem Rippenbogen zur Welt gekommen war, konstruierten die Ärzte in einer dritten Operation zunächst ein stabiles Netz, das die fehlenden Knochen ersetzt, setzten es ein und transplantierten im Anschluss Haut aus Vanellopes Unterarm, um damit das Loch in der Brust zu verschließen.

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Dass das Mädchen die drei Eingriffe so gut überstanden hat, ist in Großbritannien eine Sensation, denn nie zuvor hat dort ein Baby mit Herzektopie überlebt. Dass Vanellope noch am Leben ist, grenzt für viele Menschen an ein Wunder. Ihre Eltern jedoch sind einfach nur überwältigt von der Stärke ihrer Tochter. Als hätten sie es geahnt, haben sie ihren Namen ganz bewusst gewählt, denn es handelt sich hierbei um eine Anlehnung an eine Disneyfigur aus dem Film „Ralph reichts“: „Vanellope ist in dem Film so stur, eine echte Kämpferin und am Ende entwickelt sie sich zu einer Prinzessin.“

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Im Moment wird Vanellope noch durch ein Beatmungsgerät mit Sauerstoff versorgt. Die Ärzte sind dennoch sehr zuversichtlich, dass sie sich schon bald von den Strapazen erholen wird und in Zukunft die Menschen in ihr ganz besonderes Herz schließen kann.

Quelle:

independent, welt

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