Frau will unbedingt Hund adoptieren, den niemand sonst will.

Das Jahr 2017 war für Melani Andrews aus Kalifornien (USA) ein schweres Jahr: Ihr Ehemann war gestorben und hatte ein großes Loch in ihrem Leben hinterlassen. Nach diesem schrecklichen Verlust fand Melani vor allem in ihrem geliebten Staffordshire Terrier „Lola“ Trost. Die Hündin half ihr durch viele einsame Stunden. Leider blieb die 72-Jährige jedoch nicht von einem weiteren Schicksalsschlag verschont, der sie einen Monat nach dem Tod ihres Ehemanns ereilte: Auch Lola verschied plötzlich, was der älteren Dame schwer zusetzte.

„Ich habe mich miserabel gefühlt und war depressiv“, erklärt Melani. „Als mich eines Tages meine Enkel besuchten, fiel es ihnen natürlich sofort auf. Sie sagten mir, dass ich mehr Gesellschaft bräuchte. Ich solle nicht die ganze Zeit allein herumsitzen und Trübsal blasen.“

Deswegen entschloss sich Melani, ins Tierheim zu gehen und einem herrenlosen Hund ein neues Zuhause zu schenken. Sie wollte jedoch einen ganz besonderen Vierbeiner adoptieren, weshalb sie an die Angestellten des Heims eine sehr ungewöhnliche Bitte richtete:

Pixabay/kimdewar0

„Ich wollte einem Hund helfen, so wie mir Lola geholfen hatte. Deswegen habe ich den Mitarbeitern gesagt, dass ich das älteste Tier sehen möchte, das sie haben. Ich wollte einen Hund, der sonst keine Chance auf eine neue Familie hat. Mir war egal, ob er krank ist. Ich habe nicht viel Geld, aber für einen kleinen Hund sollte es reichen.“

Ihre Wahl fiel auf den 12-jährigen Jake. Das arme Tier war von der Straße aufgelesen worden und schon seit Langem im Heim. Nicht nur sein hohes Alter hatte viele potenzielle Herrchen abgeschreckt. Neben Haut- und Zahnproblemen litt Jake an Krebs im Endstadium. Außerdem war er taub und sehbehindert. Ihm sollten vielleicht noch ein oder – unter glücklichen Umständen – zwei Jahre bleiben.

Für Melani war es jedoch am wichtigsten, dass Jake seine letzten Tage genießt und glücklich ist. Vermutlich spürte der alte Vierbeiner, dass sein neues Frauchen es wirklich gut mit ihm meinte. Obwohl er die ersten Minuten auf dem Heimweg ziemlich nervös war, verflog seine Aufregung in Windeseile.

„Er legte seinen Kopf in meine rechte Hand, während ich mit der linken das Lenkrad hielt. Er wollte mir wohl zeigen, dass alles in Ordnung sei und wir beide das schon schaffen würden. Es war wirklich süß von ihm. Das kannte ich bisher von keinem Hund“, erzählt Melani.

Nach wenigen Tagen hatte sich Jake bereits vollkommen eingelebt. Er liebt es, sich unter seiner Kuscheldecke einzurollen oder in Melanis Bett zu entspannen. Und sie liebt es, ihm beim Schlafen zuzusehen. Beide machen mit Vergnügen kleine Spaziergänge durch die Nachbarschaft. Außerdem verbringt Jake sehr gern Zeit im Garten seines neuen Zuhauses.

Wegen seiner Hautprobleme pflegt ihn Melani mit Kokosnussöl, seinen empfindlichen Zähnen zuliebe bekommt er nur lauwarmes Wasser zum Trinken. Selbst Jakes Trockenfutter wird mit Hühnerbrühe verfeinert.

„Ich bin mir sicher, dass Jake weiß, dass ich ihn liebe. Er kommt immer wieder zu mir und streift mich zärtlich. Er möchte dann, dass ich seinen Rücken streichle. Außerdem stupst er mich liebevoll mit seinem Näschen an“, erzählt die 72-Jährige.

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Melani ist sich bewusst, dass ihr neues Familienmitglied sie nicht lange begleiten wird. Eines weiß sie jedoch sicher: Jake wird seine letzten Tage genießen und glücklich sterben. Die alte Dame hat einem Hund eine Chance gegeben, die viele alte, kranke Vierbeiner nicht bekommen. Sie hat einem Hund, den niemand wollte, einen wundervollen Lebensabend geschenkt.

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